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Kurzbiographie Mileva Einstein-Maric:

"Nun leb wohl, Schatzerle, sei recht lustig und wenn Du schöne 
Blumen findest bringe mir auch ein Par."

Mileva Maric in einem Brief an Albert Einstein, 2. Mai 1901

Kurzbiographie: Mileva Einstein-Maric

* 19. Dezember 1875 Titel, Ungarn,  † 4. August 1948 Zürich

Nach einer sorglosen Kindheit besuchte Mileva ab1882 die Volksschule in Ruma. Durch die Förderung ihres Vaters, der frühzeitig Milevas große Begabung erkannte, wechselte sie 1886 auf die Serbische Höhere Mädchenschule in Novi Sad. Es folgte 1887 die Realschule und ab 1890 besuchte sie das königlich-serbische Gymnasium in Sabac. Da die Familie 1891/92 nach Zagreb umzog, setzte sie ihre Ausbildung am dortigen Königlichen Obergymnasium fort.

Um ihre Ausbildung zu vervollständigen, besuchte sie ab 1894 die Höhere Töchterschule der Stadt Zürich in der Schweiz. Mileva wollte Medizin studieren und legte 1896 an der Eidgenössischen Medizinschule in Bern ihre Maturitätsprüfung mit Erfolg ab. Da zu dieser Zeit das Frauenstudium eher selten war, und in Europa nur die Züricher Universität Frauen zu Prüfungen zuließ, ging sie erneut nach Zürich und schrieb sich an der Universität zum Medizinstudium ein. Kurze Zeit später wechselte sie aber an die dortige Eidgenössische polytechnische Schule (ab 1911 Eidgenössische Technische Hochschule, ETH), wo sie in die Abteilung VI A (Ausbildung von Mathematik- und Physiklehrern) eintrat. In ihrem Jahrgang war sie die einzige weibliche Studentin. Einer ihrer Kommilitonen war Albert Einstein (1879-1955).

Mileva Maric, um 1896

Mileva Maric, um 1896

Mileva, deren mathematisches- und physikalisches Interesse sehr groß war, studierte von 1896-1901 mit kurzen Unterbrechungen an der Eidgenössischen polytechnischen Schule. Da sie aber die Diplomprüfung nicht bestand, beendete sie ihr Studium und erhielt ein Abgangszeugnis.

Während der Studienzeit verliebten sich Mileva und Albert Einstein. 1902 wurde ihre uneheliche Tochter, Lieserl, geboren. Über den weiteren Lebensweg von Lieserl weiß man heute nichts. Sie wurde wahrscheinlich zur Adoption freigegeben. 1903 heirateten die beiden gegen den Willen ihrer Familien in Bern. 1904 wurde ihr erster Sohn, Hans Albert, geboren, 1910 ihr zweiter Sohn, Eduard.

Immer wieder werden Stimmen laut, dass Mileva einen großen Anteil an Einsteins Theorien aus dieser Zeit, z.B. der speziellen Relativitätstheorie, hatte. Sicher haben die beiden gemeinsam über Einsteins Arbeit diskutiert, wobei Mileva manch einen Gedanken eingebracht hat. Aber man begibt sich in den Bereich der Spekulation, wenn man behauptet, dass Mileva einen größeren Anteil an Einsteins Theorien hatte. Es gibt heute keine Schriftstücke, aus denen klar hervorgeht, dass Mileva wissenschaftliche Beiträge zu Einsteins Theorien geliefert hat. Ihre persönliche und intellektuelle Beziehung mit dem jungen Einstein hat aber sicher eine wichtige Rolle in seiner Entwicklung gespielt.

Im Lauf der Jahre lebten sich Mileva und Albert auseinander. Kurze Zeit nachdem Einstein 1914 mit seiner Familie nach Berlin gezogen war, er hatte u.a. einen Ruf an die dortige Universität erhalten, trennten sich die beiden. Mileva ging mit ihren Söhnen wieder zurück nach Zürich. 1919 wurde die Ehe zwischen Mileva und Albert geschieden.

Mileva lebte mit ihren Söhnen in Zürich in bescheidenen Verhältnissen. Für das Jahr 1921 erhielt Albert Einstein den Nobelpreis für Physik. Wie er es versprochen hatte, erhielt Mileva das gesamte Geld des Nobelpreises. Sie legte das Geld in Immobilien an. Bedingt durch hohe Kosten, verursacht durch die Krankheit ihres jüngsten Sohnes, Eduard litt an einer Geisteskrankheit, musste sie einen großen Teil der Immobilien aber wieder verkaufen. 1927 heiratete Hans Albert und ging einige Jahre später mit seiner Familie in die USA. Mileva kümmerte sich weiter liebevoll und aufopfernd um den kranken Eduard, der später in der Heilanstalt Burghölzli behandelt wurde.

Die letzten Jahre lebte Mileva Maric allein und zurückgezogen. Sie starb im August 1948 in Zürich.
 

Bildnachweis:
Mit freundlicher Genehmigung des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA), Bern.


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