Hans-Josef Küpper, Besenbinderstraße 26, D-51145 Köln


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Zeittafel:

"Eine Ironie des Schicksals, dass die andern Menschen mir selbst viel zuviel Bewunderung und Verehrung entgegengebracht haben, ohne meine Schuld und ohne mein Verdienst."

Albert Einstein, um 1930

ZEITTAFEL

1879
 
Albert Einstein wird am 14. März um 11:30 Uhr als erstes Kind der jüdischen Eheleute Hermann und Pauline Einstein, geb. Koch, in Ulm geboren. Einsteins Geburtshaus in Ulm
1880
 
Im Juni siedelt die Familie nach München über, wo Hermann Einstein mit seinem Bruder Jakob die elektrotechnische Firma Einstein & Cie. gründet.  
1881 Am 18. November wird Alberts Schwester Maria - genannt Maja - in München geboren.  
1882    
1883    
1884
 
Zur Vorbereitung auf die Schule erhält Albert Privatunterricht. Sein Vater zeigt ihm einen Kompass, der ihn sehr fasziniert (das erste "Wunder").  
1885

 
Ab dem 1. Oktober besucht Albert die Petersschule, eine katholische Volksschule in München. Er ist ein guter Schüler. Jüdischen Religionsunterricht erhält er zu Hause. Albert beginnt mit dem Violinenunterricht.  
1886    
1887    
1888 Ab dem 1. Oktober besucht Albert das Luitpold-Gymnasium in München.  
1889

 
Max Talmud (später: Talmey), ein jüdischer Medizinstudent, wird für die nächsten Jahre Mentor des jungen Albert. Gemeinsam lesen und diskutieren sie naturwissenschaftliche und philosophische Schriften.  
1890    
1891


 
Als 12jähriger macht Albert die Bekanntschaft mit dem "heiligen Geometriebüchlein", dessen Inhalt "einen unbeschreiblichen Eindruck" auf ihn machte (das zweite "Wunder"). Mit der Hilfe eines Lehrers und eines Rabbis bereitet sich Albert darauf vor, ein "Bar-Mizwa", ein vollwertiges Mitglied in der jüdischen Gemeinde zu werden.  
1892 Aufgrund einer sich bei Albert entwickelnden Freigeisterei geht er aber nicht zur "Bar-Mizwa".  
1893    
1894


 
Aus beruflichen Gründen zieht Hermann Einstein mit seiner Frau und Tochter nach Italien, dort zuerst nach Mailand, dann nach Pavia und wieder nach Mailand. Albert bleibt, um die Schule zu beenden, in München bei Verwandten. Er verlässt im Dezember ohne Abschluss das Luitpold-Gymnasium und folgt seiner Familie nach Mailand.  
1895



 
Albert der die Aufnahmeprüfung am Polytechnikum (später Eidgenössische Technische Hochschule, ETH) in Zürich Anfang Oktober nicht besteht, besucht ab Ende Oktober die Gewerbeabteilung der Kantonsschule in Aarau um dort das Abitur (Matur) nachzuholen. In Aarau wohnt er bei der Familie einer seiner Lehrer, Jost Winteler. Er schreibt seine erste wissenschaftliche Arbeit, die aber nicht veröffentlicht wird. ETH, um 1905
1896



 
Als 17jähriger gibt Albert Einstein, mit der Zustimmung seines Vaters, die württembergische und damit auch die deutsche Staatangehörigkeit auf. Für die nächsten fünf Jahre ist er staatenlos. Anfang Oktober erhält er in Aarau die Matura und beginnt im gleichen Monat mit dem Studium am Polytechnikum in Zürich. Das Studienziel ist das Fachlehrerdiplom für Mathematik und Physik. Seine Kommilitonen sind u. a. Mileva Maric und Marcel Grossmann.  
1897 Einstein begegnet Michele Besso in Zürich. Beide bleiben ein Leben lang befreundet.  
1898 Im Oktober besteht Albert die Diplom-Zwischenprüfung.  
1899 In Zürich stellt Einstein den Antrag auf die Schweizer Staatsbürgerschaft.  
1900


 
Albert Einstein beendet sein Studium an der ETH in Zürich mit dem Fachlehrerdiplom für Mathematik und Physik. Danach bewirbt er sich erfolglos um eine Assistentenstelle am Polytechnikum und an verschiedenen Universitäten. Im Dezember reicht er seine erste wissenschaftliche Arbeit bei den Annalen der Physik ein.  
1901




 
Im Februar wird Einstein Schweizer Bürger. Seine erste wissenschaftliche Arbeit wird im März in den Annalen der Physik veröffentlicht. Er bewirbt sich weiter erfolglos um eine Assistentenstelle. Von Mai bis Juli ist er Aushilfslehrer in Winterthur und ab September Lehrer an einer Privatschule in Schaffhausen. Er beginnt mit der Arbeit an seiner Dissertation, die er im November an der Universität Zürich einreicht. Im Dezember bewirbt er sich, durch die Vermittlung seines ehemaligen Kommilitonen Marcel Grossmann, um eine Stelle beim Schweizer Patentamt in Bern.  
1902



 
Lieserl, die uneheliche Tochter von Albert Einstein und Mileva Maric, seiner ehemaligen Kommilitonin, wird im Januar in Ungarn geboren. Einstein befindet sich in dieser Zeit in Bern. Er zieht seine Dissertation zurück. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, bietet er mittels Zeitungsinserat Privatstunden an. Ab dem 23. Juni ist er, vorerst zur Probe, technischer Experte dritter Klasse am Berner Patentamt. Im Oktober stirbt Hermann Einstein in Mailand. Mileva Maric, um 1896
1903


 
Albert Einstein heiratet am 6. Januar, gegen den Willen der Familien, Mileva Maric. Im Frühjahr gründet er in Bern mit Maurice Solovine und Conrad Habicht die "Akademie Olympia". Am 2. Mai wird er Mitglied in der Naturforschenden Gesellschaft in Bern. Im Herbst wird Lieserl in Ungarn möglicherweise zur Adoption freigegeben. Die Gründungsmitglieder der "Akademie Olympia"
1904
 
Am 14. Mai wird Hans Albert, Einsteins erster Sohn, in Bern geboren. Einstein erhält eine feste Anstellung am Patentamt.  
1905

 

 

 

 

Einsteins "annus mirabilis". Er veröffentlicht vier bahnbrechende Arbeiten in den Annalen der Physik, die die Grundlagen der Physik um 1900 revolutionieren. Eine der Arbeiten, Zur Elektrodynamik bewegter Körper, beinhaltet die spezielle Relativitätstheorie. In einer anderen leitet er die berühmte Formel E = mc2 her.

Einsteins berühmte Formel

Im April reicht Einstein seine Arbeit, Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen, als Dissertation an der Universität Zürich ein, die Ende Juli akzeptiert wird.

Zur Elektrodynamik bewegter Körper
1906
 
Mitte Januar wird Einstein von der Universität Zürich promoviert und im April wird er im Patentamt zum technischen Experten zweiter Klasse befördert.  
1907

 
Einstein beginnt mit den ersten Überlegungen zur allgemeinen Relativitätstheorie und entdeckt das Äquivalenzprinzip von Masse und Energie für gleichförmig beschleunigte Systeme. Sein Antrag auf Habilitation wird, da seine Habilitationsschrift nicht ausreicht, von der Universität Bern abgelehnt.  
1908
 
Durch die Vorlage einer neuen Arbeit habilitiert sich Einstein an der Universität Bern und wird Privatdozent. Ende des Jahres hält er seine erste Vorlesung.  
1909


 
Im Juli erhält Einstein von der Universität Genf sein erstes Ehrendoktorat; es sollen noch viele folgen. Er kündigt beim Patentamt und nimmt im Oktober seine Tätigkeit als außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Zürich auf. Am 2. Dezember wird er Mitglied in der Physikalischen Gesellschaft in Zürich.  
1910

 
Einstein erhält einen Ruf an die Deutsche Universität in Prag. Am 28. Juli wird Eduard, genannt Tete, sein zweiter Sohn, in Zürich geboren. Am 14. November wird er Mitglied in der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich.  
1911

 
Einstein wird ordentlicher Professor an der Deutschen Universität Prag. Ende Oktober nimmt er am 1. Solvay-Kongress in Brüssel teil. Er berechnet die Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne und erkennt dabei die experimentelle Möglichkeit, diese bei einer totalen Sonnenfinsternis zu beobachten.  
1912


 
Er beginnt eine Liebesbeziehung mit seiner in Berlin lebenden geschiedenen Cousine Elsa Löwenthal. Er folgt einem Ruf als ordentlicher Professor für Theoretische Physik an die ETH, seiner Alma mater und kehrt im August nach Zürich zurück. Beginn der Zusammenarbeit mit Marcel Grossmann, Professor für Mathematik an der ETH, über die Grundlagen der allgemeinen Relativitätstheorie.  
1913




 
Einstein wird als Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften nominiert. Max Planck und Walther Nernst reisen nach Zürich um Einstein für Berlin zu gewinnen. Man bietet ihm die Mitgliedschaft in der Preußischen Akademie der Wissenschaften, verbunden mit einer Professur an der Universität Berlin ohne Lehrverpflichtung sowie die Leitung des noch zu gründenden Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik an. Am 12. November wird Einsteins Wahl in die Akademie durch Kaiser Wilhelm II. bestätigt und am 7. Dezember akzeptiert Einstein das Angebot der "Berliner".  
1914




 
Anfang April trifft Einstein in Berlin ein, Mileva und die beiden Söhne Hans Albert und Eduard einen Monat später. Am 2. Juli hält er seine Antrittsrede vor der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Albert Einstein und Mileva trennen sich. Am 29. Juli fährt sie mit den Söhnen zurück nach Zürich. Am 1. August bricht der Erste Weltkrieg aus. Einstein beginnt sich intensiv mit Politik zu beschäftigen. Er tritt in den pazifistischen Bund Neues Vaterland ein und unterzeichnet das von Georg Nicolai entworfene "Manifest an die Europäer". Fritz Haber und Albert Einstein, um 1914
1915



 
Mit J. W. de Haas beginnt Einstein experimentelle Untersuchungen zum gyromagnetischen Effekt (Einstein- de Haas- Effekt). Im November vollendet er die Arbeit an der allgemeinen Relativitätstheorie und trägt diese in vier Akademievorlagen der Preußischen Akademie der Wissenschaften vor. Am 18. Dezember wird er zum korrespondierenden Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen gewählt.  
1916




 
Der Artikel Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie erscheint am 20. März in den Annalen der Physik. Am 5. Mai wird er, als Nachfolger von Max Planck, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Im Dezember beendet er die Arbeit an seinem bekanntesten Buch Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie, gemeinverständlich. Er erhält eine Berufung in das Kuratorium der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Er beschäftigt sich u. a. mit dem Thema Gravitationswellen und erneut mit der Quantentheorie. Albert Einstein, 1916
1917




 
Zu Beginn des Jahres leidet Einstein an verschiedenen Krankheiten (u. a. an einem Leberleiden und an einem Magengeschwür). Seine Cousine Elsa pflegt ihn liebevoll. Es wird einige Jahre dauern, bis er wieder vollkommen gesund ist. Er schreibt eine Arbeit über Kosmologie mit dem kosmologischen Term, der ein räumlich begrenztes Universum garantieren soll. Diesen kosmologischen Term wird er später als seine "größte Eselei" bezeichnen. Am 1. Oktober übernimmt er die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik.  
1918

 
Im August lehnt Einstein, trotz sehr guter Bedingungen, ein gemeinsames Angebot der Eidgenössischen Technischen Hochschule und der Universität Zürich ab. Am 9. November kapituliert das Deutsche Reich und die Republik wird ausgerufen. Einstein begrüßt diese Ereignisse.  
1919





 
Die Ehe von Albert Einstein und Milva Maric wird am 14. Februar geschieden. Diskussionen mit Kurt Blumenfeld über den Zionismus. Die am 29. Mai von dem Astronom Arthur Stanley Eddington beobachtete Sonnenfinsternis bestätigt Einsteins Vorhersage der Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne, die er in seiner allgemeinen Relativitätstheorie postuliert hatte. Einstein wird über Nacht berühmt. Der Mythos Albert Einstein wird geboren. Am 2. Juni heiratet Einstein seine Cousine Elsa Löwenthal. Sie bringt ihre beiden Töchter aus erster Ehe, Ilse und Margot, mit. Am 12. November erhält Einstein von der Universität Rostock sein einziges Ehrendoktorat in Deutschland. Totale Sonnenfinsternis
1920











 
Im Februar stirbt Einsteins Mutter Pauline nach schwerer Krankheit in Berlin. Am 9. April wird Albert Einstein als auswärtiges Mitglied in die Königliche Dänische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Der dänische Physiker Niels Bohr besucht Einstein in Berlin. Es ist ihre erste Begegnung. Am 19. Mai wird Einstein zum auswärtigen Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Amsterdam gewählt. Antisemitistische Äußerungen gegen die Relativitätstheorie und Einstein häufen sich. Im Juni reist er zu Vorträgen nach Norwegen und Dänemark. Am 24. August nimmt Einstein an einer öffentlichen Veranstaltung in der Berliner Philharmonie gegen die Relativitätstheorie teil. Drei Tage später äußert er sich mit scharfen Worten im Berliner Tageblatt zu dieser Veranstaltung. Er denkt darüber nach, Deutschland zu verlassen. Auf der Naturforscherversammlung in Bad Nauheim am 23. September kommt es zu einer heftigen und kontroversen Diskussion mit dem Physiker Philipp Lenard. Lenard, der 1905 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte, ist einer der Hauptgegner der Relativitätstheorie in Deutschland. Am 27. Oktober hält Einstein seine Antrittsrede als Gastprofessor an der Universität in Leiden. Philipp Lenard, um 1930
1921








 
Vom 2. April bis 30. Mai besucht Einstein gemeinsam mit Chaim Weizmann die USA. Es ist sein erster Besuch in den USA. Der Hauptgrund dieser Reise ist, Geld zu sammeln für die noch zu gründende Hebräische Universität in Jerusalem. Einstein hält an der Universität in Princeton vier Vorlesungen über die Relativitätstheorie, die später als Buch erscheinen. Dort erhält er am 9. Mai die Ehrendoktorwürde. Es folgen weitere Vorlesungen und Ehrungen in den USA. Im Weißen Haus in Washington wird er von Präsident Warren G. Harding empfangen. Auf der Rückreise nach Deutschland besucht er England, wo er Vorlesungen in Manchester und London hält. Am 9. Juni erhält er von der Universität Manchester die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) der Naturwissenschaften. Am 29. September wird er als auswärtiges Mitglied in die Accademia Nazionale dei Lincei in Rom aufgenommen.  
1922












 
Im Januar hält Einstein Vorträge in Prag und Wien. Ebenfalls im Januar legt er der Akademie der Wissenschaften seine erste Arbeit über die einheitliche Feldtheorie vor. Ende März bis Mitte April besucht er Frankreich. Mit dieser Reise trägt er zur Normalisierung der deutsch-französischen Beziehungen bei. Neben Vorträgen am Collège de France besucht er auch einige Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges. Ende April wird er Mitglied der Völkerbundkommission für Intellektuelle Zusammenarbeit. Nach der Ermordung des deutschen Außenministers Walther Rathenau am 24. Juni sagt Einstein alle Vorlesungen und öffentlichen Auftritte ab. Er schreibt einen beachtenswerten Nachruf auf Rathenau. Als Gast eines Zeitungsverlages treten Einstein und seine Frau Elsa am 8. Oktober eine längere Reise nach Japan an. Auf der Reise besuchen sie u.a. Colombo, Singapur, Hongkong und Shanghai. Am 9. November wird Einstein der Nobelpreis für Physik für das Jahr 1921 verliehen. Er erhält den Preis nicht für seine Relativitätstheorie, sondern für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts. Von dieser Ehrung erfährt Einstein offiziell während seiner Japanreise. Bei der Verleihung des Nobelpreises am 10. Dezember wird Einstein vom Deutschen Botschafter in Schweden vertreten.  
1923









 
Auf der Rückreise aus Japan besucht Einstein im Februar Palästina. Er wird erster Ehrenbürger von Tel Aviv. Auf seiner Heimreise besucht er Spanien. Am 4. März wird Einstein als korrespondierendes auswärtiges Mitglied in die Königliche Akademie der Wissenschaften in Madrid aufgenommen. Vier Tage später, am 8. März erhält er von der Universität Madrid die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) der Naturwissenschaften. Da er die Wirkungslosigkeit der Völkerbundkommission erkennt, tritt er aus. Im Juni unterstützt er die Vereinigung der Freunde des Neuen Rußland bei ihrer Gründung und wird Mitglied im Vorstand. Am 7. Juni wird Albert Einstein in den Orden "Pour le mérite" aufgenommen. Im Juli reist er nach Schweden und Dänemark. Am 11. Juli hält er seinen Nobelvortrag in Göteborg in Anwesenheit des Königs. Im Dezember diskutiert Einstein in der Akademie der Wissenschaften seine Arbeit: Möglichkeiten zur Lösung des Quantenproblems. Am 13. Dezember wird ihm in der Aula der Universität Amsterdam die Genootschapsmedaille verliehen.  
1924



 
Als jüngstes Mitglied wird Einstein am 7. Juni in den Orden Pour le Mérite aufgenommen. Im Juni tritt er wieder in die Völkerbundkommission ein. Gemeinsam mit dem indischen Physiker Satyendra Nath Bose entdeckt er die Bose-Einstein-Kondensation. Im Dezember wird der Einstein Turm in Potsdam auf dem Telegraphenberg fertig gestellt und nimmt seine Tätigkeit auf. Einstein wird Vorsitzender des Kuratoriums des Einstein-Instituts auf Lebenszeit. Einstein auf einer jüdischen Studentenkonferenz in Berlin, 1924
1925



 
Einstein formuliert die Bose-Einstein-Statistik und publiziert Ende des Jahres die Bose-Einstein-Kondensation. Von April bis Juni reist er nach Südamerika - Argentinien, Brasilien und Uruguay. Gemeinsam mit Gandhi und anderen unterzeichnet er ein Manifest gegen die Militärdienstpflicht. Auch wird er Mitglied des Verwaltungsrats der Hebräischen Universität in Jerusalem. Am 30. November erhält er die Copley Medaille der Royal Society in London.  
1926

 
Am 12. Februar erhält er die Goldmedaille der Royal Astronomical Society in London. Die Quantenmechanik wird u. a. durch Werner Heisenberg, Max Born und Erwin Schrödinger formuliert. Einstein äußert sein Unbehagen.  
1927


 
Am 19. Februar wird er zum korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Im Oktober, auf dem fünften Solvay-Kongress in Brüssel, Beginn einer intensiven Auseinandersetzung zwischen Einstein und Niels Bohr über die Grundlagen der Quantenmechanik.  
1928


 
Infolge körperlicher Überanstrengung zieht er sich eine Herzerkrankung zu. Er muss einige Monate strenge Bettruhe einhalten. Der Genesungsprozess dauert fast ein Jahr. Am 13. April beginnt Helen Dukas ihre Arbeit bei Albert Einstein. Zuerst nur seine Sekretärin, später nach dem Tod von Elsa Einstein auch seine Haushälterin.  
1929



 
Im März wird Einstein 50 Jahre alt. In Caputh bei Potsdam lässt er sich ein Holzhaus bauen, das er bis zu seiner Emigration, im Dezember 1932 in den Sommermonaten bewohnt. Am Rande des Solvay-Kongresses in Brüssel besucht er die königliche Familie. Es beginnt eine Freundschaft mit der Königsfamilie und eine lebenslange Korrespondenz mit der "Lieben Königin". Am 28. Juni erhält er aus den Händen seines Förderers Max Planck die Max-Planck-Medaille. Am 9. November erhält er von der Universität Paris die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.). Einsteins ehemaliges Sommerhaus in Caputh, 1995
1930





 
Einsteins erster Enkel, Bernhard Caesar, der Sohn von Hans Albert und Frieda Einstein wird geboren. Im Mai unterzeichnet Einstein ein Manifest für die Weltabrüstung. Er entwickelt ein intensives Engagement für den Pazifismus. Am 7. November wird ihm die Ehrendoktorwürde Dr. h. c. der Naturwissenschaften von der ETH Zürich verliehen. Einsteins zweiter Besuch in den USA. Die Reise beginnt im Dezember und endet im März des folgenden Jahres. Er besucht u.a. New York und Kuba. Hauptgrund der Reise ist ein Forschungsaufenthalt am California Institute of Technologie (CalTech) in Pasadena. Albert Einstein, 1930
1931




 
Im März kehrt er von seiner Amerikareise zurück. Im Rahmen seiner Forschungen eliminiert er den kosmologischen Term (1917). Einen Monat später, im Mai, ist er für einige Wochen am Christ Church College in Oxford, England. Während seines Aufenthaltes dort erhält er von der Universität Oxford am 23. Mai die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) der Naturwissenschaften. Den Sommer verbringt er in seinem Sommerhaus in Caputh. Im Dezember reist er erneut nach Amerika, hauptsächlich ist er am CalTech in Pasadena. Es ist sein dritter Aufenthalt in den USA. Einstein an Bord seines Jollenkreuzers
1932








 
Anfang März ist er von seiner Amerikareise zurück. Er nimmt einen Ruf des noch in der Gründung befindlichen Institutes for Advanced Study in Princeton, New Jersey, an. Er plant, eine Hälfte des Jahres in Berlin und die andere Hälfte in Princeton zu verbringen. Am 17. März wird er in die Kaiserlich Deutsche Akademie der Naturforscher zu Halle, Leopoldina aufgenommen. Auf Anregung des Völkerbundes beginnt er einen Briefwechsel mit dem österreichischen Arzt und Psychologen Sigmund Freud über die Frage: Warum Krieg? Dieser wird 1933 veröffentlicht. Im Herbst spricht er sein Glaubensbekenntnis auf Schallplatte. Anfang Dezember reist er erneut in die USA zum CalTech nach Pasadena. Die Rückkehr ist für März 1933 vorgesehen. Doch durch die politischen Machtverhältnisse und die damit verbundenen Geschehnisse im Nazi-Deutschland betritt er danach nie wieder deutschen Boden. Schallplatte "Mein Glaubensbekenntnis"
1933







 
Am 30. Januar kommt Adolf Hitler in Deutschland an die Macht; nationalsozialistische Machtergreifung. Am 10. März erklärt Einstein vor seiner Rückreise nach Europa, dass er nicht mehr nach Deutschland zurückkehrt und am 28. März erklärt er seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaft. Er bricht alle Kontakte zu deutschen Institutionen ab, mit denen er jemals zu tun hatte. So verzichtet er z. B. auf die Mitgliedschaft im Orden Pour le Mérite. Er hält sich in Belgien, der Schweiz und England auf. Im Juni hält er in Oxford die Spencer-Vorlesung. Er emigriert in die USA. Am 17. Oktober trifft er mit seiner Frau Elsa, seiner Sekretärin Helen Dukas und seinem Assistenten Walther Mayer in New York ein und begibt sich von dort in seine neue Wahlheimat Princeton in New Jersey. Er beginnt seine Arbeit am Institutes for Advanced Study.  
1934


 
Einsteins Stieftochter Ilse Kayser-Einstein stirbt in Paris, die Stieftochter Margot kommt nach Princeton. Eine Sammlung nicht-wissenschaftlicher Aufsätze Einsteins wird unter dem Titel Mein Weltbild veröffentlicht. Am 8. Oktober erhält er die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) des Yeshiva College in New York.  
1935



 
Das Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon wird im Mai veröffentlicht. Einstein erhält am 15. Mai die Franklin Medaille in Philadelphia. Von der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts, erhält er am 20. Juni die Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.). Im September zieht er mit seiner Frau Elsa in ihr neues Haus in Princeton in der Mercer Street 112. Seine Stieftochter Margot und seine Sekretärin Helen Dukas wohnen bei ihnen. Einsteins Wohnhaus in Princeton
1936
 
Einsteins Freund Marcel Grossmann stirbt am 7. September und am 20. Dezember stirbt Elsa Einstein nach langer Krankheit in ihrem Haus.  
1937    
1938 Gemeinsam mit Leopold Infeld publiziert er das Buch The Evolution of Physics.  
1939


 
Einstein unterzeichnet am 2. August einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, um ihn auf die atomare Gefahr, den möglichen Bau einer Atombombe, hinzuweisen. Durch den deutschen Angriff auf Polen am 1. September, beginnt der Zweite Weltkrieg. Einsteins Schwester Maja zieht zu ihrem Bruder nach Princeton.  
1940
 
Am 1. Oktober 1940 leistet Einstein den Eid auf die amerikanische Verfassung und wird damit Amerikaner. Seine schweizer Staatsbürgerschaft behält er.  
1941


 
In Amerika beginnt im November das "Manhattan Project" mit der Aufgabe eine Atombombe zu entwickeln. Einstein wird als Sicherheitsrisiko angesehen und ist an diesem Projekt nicht beteiligt. Am 7. Dezember erfolgt der Angriff Japans auf den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor. Die Folge ist der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.  
1942    
1943 Die US Navy zieht Einstein als Berater für hochexplosive Sprengstoffe heran.  
1944


 
Die von Einstein selbst angefertigte Abschrift seiner Arbeit Zur Elektrodynamik bewegter Körper aus dem Jahre 1905 wird im Februar in Kansas City für sechs Millionen Dollar zu Gunsten des Book and Author War Bond Committee versteigert. Einstein wird offiziell von der Fakultät des Institutes for Advanced Study emeritiert, behält jedoch bis zu seinem Tode ein Arbeitszimmer im Institut.  
1945


 
Einstein ist geschockt und tief berührt von der Nachricht der beiden Atombombenabwürfen am 6. August über Hiroshima und am 9. August über Nagasaki. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Bei einem Nobel-Gedenkdinner am 10. Dezember in New York hält er die viel beachtete Rede The war is won, but the peace is not.  
1946


 
In einem offenen Brief an die Vereinten Nationen tritt Einstein u. a. für die Bildung einer Weltregierung ein. Er wird Vorsitzender des Emergency Committee of Atomic Scientists, dessen Ziele die Rüstungskontrolle und die Förderung der friedlichen Nutzung von Kernenergie sind. Einsteins Schwester Maja erleidet einen Schlaganfall.  
1947 Einstein intensiviert seine Aktivitäten für eine Rüstungskontrolle und eine Weltregierung.  
1948
 
Einsteins erste Frau, Mileva Maric, stirbt am 4. August in Zürich. Im Dezember wird bei ihm ein großes Aorten-Aneurysma diagnostiziert. Er wird sofort operiert.  
1949
 
Im Januar verlässt Einstein das Krankenhaus. Er publiziert seine 1946 geschriebene Schrift Autobiographisches, ein Rückblick auf seine wissenschaftliche Laufbahn.  
1950


 
Am 18. März unterschreibt Einstein sein Testament. Dr. Otto Nathan und seine Sekretärin Helen Dukas bestimmt er zu seinen Nachlassverwaltern. Seinen schriftlichen Nachlass vermacht er der Hebräischen Universität in Jerusalem. Er publiziert Out of My Later Years, eine Sammlung seiner nichtwissenschaftlichen Aufsätze und Reden der letzten zwanzig Jahre. Albert Einstein, um 1950
1951 Maja, Einsteins Schwester, stirbt am 25. Juni in Princeton.  
1952
 
Nach dem Tode von Chaim Weizmann wird Einstein die Präsidentschaft Israels angetragen. Er lehnt jedoch ab.  
1953    
1954

 
Einstein unterstützt öffentlich J. R. Oppenheimer, anlässlich der gegen ihn seitens der US-Regierung vorgebrachten Anschuldigungen bezüglich seiner "nationalen Zuverlässigkeit". Einstein erkrankt an hämolytischer Anämie.  
1955









 
Einsteins Freund Michele Besso stirbt am 15. März in Genf. Im April unterzeichnet Einstein einen Brief an Bertrand Russell. In diesem Brief erklärt er sich bereit den Aufruf Russells, alle Nationen zum Verzicht auf Kernwaffen aufzufordern, zu unterschreiben (Einstein-Russell-Manifest). Dieses Manifest begründet die internationale Pugwash-Bewegung.

Am 15. April wird Einstein ins Krankenhaus in Princeton eingeliefert. Das schon früher diagnostizierte Aneurysma war geplatzt.

Albert Einstein stirbt am 18. April frühmorgens um 1:15 Uhr im Alter von 76 Jahren im Krankenhaus in Princeton. Sein Leichnam wird am selben Tag eingeäschert und die Asche wird etwa zwei Wochen später, nach einer schlichten Trauerfeier, an einem unbekannten Ort verstreut.

 
Einstein Signatur, 1932

 
Bildnachweis:
1879 - Ulmer Stadtarchiv
1895 - Bildarchiv ETH-Bibliothek, Zürich
1902 - Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Bern
1903 - Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Bern
1905 - Hans-Josef Küpper, Köln
1914 - Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem
1916 - Bildarchiv ETH-Bibliothek, Zürich
1919 - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
1920 - Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kiel
1924 - Centrum Judaicum, Berlin
1929 - Hans-Josef Küpper, Köln
1930 - Landesarchiv Berlin
1931 - Redaktion der Zeitschrift "Die Yacht"
1932 - Hans-Josef Küpper, Köln
1935 - Albert Einstein-Gesellschaft, Bern
1950 - Albert Einstein-Gesellschaft, Bern

 

Literaturnachweis:

   
Albrecht Fölsing Albert Einstein Frankfurt am Main 1993
Philipp Frank Einstein. Sein Leben und seine Zeit München 1949
Armin Hermann Einstein. Der Weltweise und sein Jahrhundert München 1994
Hrsg. John Stachel, Robert Schulmann, Martin J. Klein, A. J. Kox, Diana Kormos Buchwald, u. a. The Collected Papers of Albert Einstein, Volume 1-13 Princeton 1987-2012

                                                                                                                                                                                                 


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