Referat-3:

"Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden."

Albert Einstein, 1955

Referat im Fach Deutsch
Sonja Eberlein,
April 2002

Albert Einstein - Einige Stationen seines Lebens
 

Einleitung

Ich habe für mein Referat das Thema "Albert Einstein" gewählt. Der Name dürfte jedem ein Begriff sein. Wir kennen ihn hauptsächlich als alten Mann mit zotteligen weißen Haaren. Das Leben und die Person Einsteins sind so interessant und vielfältig, dass es unmöglich ist, dies alles in einem Referat wiederzugeben. Ich will versuchen, einige wichtige Punkte in seinem Leben herauszustellen.

Nun zu Albert Einstein:

Geburt eines Genies

Er wurde am 14. März 1879 als erstes Kind der jüdischen Eheleute Hermann und Pauline Einstein in Ulm geboren. 2 ½ Jahre später bekam er eine kleine Schwester namens Maria, genannt Maja. Von frühester Kindheit an erregte Albert Aufsehen. Seine Mutter dachte wegen des zu großen Hinterkopfes an eine Missgeburt, konnte aber vom Arzt beruhigt werden. Seine Oma sagte andauernd, als sie ihn zum ersten Mal sah: "Viel zu dick, viel zu dick!" Nach einigen Wochen hatte sich die Form des Kopfes normalisiert. Die Eltern fürchteten sogar, dass Albert geistig behindert sei, weil er erst mit 3 Jahren  zu sprechen begann und sich mit 9 Jahren noch nicht fließend unterhalten konnte. Körperlich entwickelte er sich normal, war jedoch etwas schwerfällig und langsam. Er war still und eigenbrötlerisch, hielt nichts von Sport und verbrachte seine Zeit lieber mit Lesen und Musik hören. Er verbrachte viele Stunden damit, hohe, komplizierte Kartenhäuser zu bauen.
Im Juni 1880 – Albert war 15 Monate alt – siedelte die Familie Einstein nach München über, wo Alberts Vater und sein Onkel Jakob eine elektronische Firma namens Einstein & Company gründeten. Mit 5 Jahren erhielt Albert Privatunterricht, um ihn auf die Schulzeit vorzubereiten. Seine erste Lehrerin weigerte sich, ihn weiter zu unterrichten, nachdem er einen Stuhl nach ihr geworfen hatte. Im selben Jahr begann er mit Violinunterricht und wurde später ein guter Violinist.

Schulzeit

Ab 1885 besuchte er – wie jedes Kind nicht ganz freiwillig – die Volksschule in München und schwänzte auch öfters mal den Unterricht. Er war nicht gerade der Musterschüler, den sich ein Lehrer wünscht, aber er hatte nichts gegen das Lernen. Er war sogar sehr interessiert daran, neues Wissen zu erlangen. Seiner Meinung nach zerstörte die Schule jedoch diesen Wissensdrang durch ihre Zucht und Ordnung, ihre Zwangs- und Pflichtgefühle. Aus diesem Grund verließ er im Jahre 1894 vorzeitig und ohne Abschluss das Luitpold-Gymnasium, welches er seit 6 Jahren besuchte.
In dieser Zeit war der junge Albert viel auf sich allein gestellt, da seine Familie München verlassen und sich in Italien angesiedelt hatte. Nach seinem Schulabbruch reiste Albert ihnen nach Mailand nach. Dort machte er sozusagen 1 Jahr Urlaub von der Schule.

Studium

Er meldete sich in Zürich an der Eidgenössischen Polytechnischen Hochschule an, weil man hier auch ohne Abitur studieren konnte. Er fiel aber bei der Aufnahmeprüfung durch. Der Rektor der Schule verwies ihn an die Kantonsschule in Aarau, wo Albert sein Abitur nachholte. An dieser Schule gefiel es ihm sehr gut und er kam auch mit seinen Lehrern bestens zurecht. 1896 – im Alter von 17 Jahren -  wurde er frühzeitig zum Studium  an der Züricher Hochschule zugelassen. Er belegte den vierjährigen Kurs für Fachlehrer in Mathematik und Physik.
Auch hier war er nur ein durchschnittlicher, nicht besonders fleißiger Schüler. Er hatte zu seinen Professoren ein eher gespanntes Verhältnis und folgte oft nicht deren Anweisungen. Über den jungen Studenten wurde viel diskutiert. Die einen hielten ihn für faul und viel zu eigensinnig, die anderen waren begeistert von seinen selbst erdachten, sehr interessanten Methoden, die immer zur richtigen Lösung führten. Einer seiner Professoren sagte einmal zu Ihm: "Ein gescheiter Junge sind Sie, ein gescheiter Junge, aber einen Fehler haben Sie – Sie lassen sich nichts sagen!" Auch am Polytechnikum schwänzte Albert häufig und studierte meistens zu Hause.
Im Jahr 1900 sollte Albert seine Diplomarbeit schreiben. Ohne seinen Freund Marcel Grossmann wäre er wohl durchgefallen. Marcel Grossmann war ein tüchtiger Schüler und besuchte alle wichtigen Vorlesungen. Albert lieh sich seine ausführlichen Hefte aus und konnte so daheim nachlernen. Im Juli 1900 beendete er erfolgreich sein Studium mit der Diplomprüfung und verließ das Polytechnikum.

Erste Berufsjahre

Nach Abschluss seines Studiums war Albert erst einmal arbeitslos, weil er nicht wie z. B. sein Freund Grossmann eine Assistentenstelle am Polytechnikum bekommen hatte. Nachdem sein Geld knapp geworden war, schrieb er auch Bewerbungen an andere Universitäten, die aber erfolglos verliefen.
In dieser Zeit bewarb er sich formell um die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sein Vater hatte den 17jährigen im Jahr 1896 offiziell aus Deutschland ausbürgern lassen, um in der Schweiz studieren zu können. Am  21. Februar 1901 wurde er zum Schweizer Bürger. 1901 bekam er auch seine erste Anstellung, und zwar im Technikum in Winterthur als Mathematikprofessor. Sein Vorgänger musste seinen Militärdienst ableisten. Albert blieb aber nur bis Oktober dort. Er zog nach Bern, wo er sich mit Privatstunden in Mathematik und Physik seinen Lebensunterhalt verdiente. Albert begann, verschiedene Forschungsarbeiten für bekannte wissenschaftliche Zeitschriften zu schreiben, in denen er neue und eigene Ideen ausführte. Er war zutiefst enttäuscht, dass die Züricher Universität seine Doktorarbeit zurückwies. Es schien ihm so, als ob sich alles gegen ihn verschworen hätte.
Doch im Juni 1902 trat der 23jährige Einstein mit Hilfe eines Freundes seine erste feste Stelle an. Als technischer Experte dritter Klasse prüfte und verwaltete er in Bern die Patentanträge Schweizer Erfinder. Die Arbeit gefiel ihm. Sie war wissenschaftlich interessant und ließ ihm dennoch genügend Zeit für die Ausarbeitung eigener Ideen. Er erhielt ein Jahresgehalt von 3 500 Franken und wurde im Februar 1906 zum Experten zweiter Klasse befördert. Seine Vorgesetzten mochten ihn.

Herausragende Erfolge

Bereits im April 1905 reichte Einstein seine Forschungsarbeit "Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen" an der Universität in Zürich ein, die drei Monate später akzeptiert wurde. Im gleichen Jahr veröffentlichte er fünf bahnbrechende Arbeiten in einer Fachzeitschrift, die für die Grundlagen der Physik um 1900 revolutionär waren.
Im ersten Artikel stellte Einstein den gewagten Satz auf, dass elektromagnetische Strahlung aus Lichtquanten bzw. Photonen bestehen muss. Diese Theorie wurde von den damaligen Physikern, allen voran Max Planck, vorerst abgelehnt und später aber bestätigt. Ausschließlich für diese Arbeit erhielt Albert Einstein im Jahr 1921 den Nobelpreis für Physik. Kurze Zeit später folgte der Artikel: "Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?" Er enthält die berühmte Formel von der Äquivalenz von Masse und Energie "E = mc2 (sprich mc hoch 2)", Energie = Masse x Lichtgeschwindigkeit im Quadrat. Durch diese Arbeiten hat Einstein die wissenschaftliche Welt auf sich aufmerksam gemacht.

Professor Einstein

1907 wurde Einsteins erstes Habilitationsgesuch an der Universität in Bern abgelehnt. 1908 aber schaffte er es und hielt Ende des Jahres seine erste Vorlesung. Einstein widmete sich nun ganz der Wissenschaft und kündigte seine Stellung am Patentamt. Er nahm seine Tätigkeit als außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Zürich auf. 1911 wurde Einstein als ordentlicher Professor an die Universität Prag berufen. Ein Jahr später kehrte er – nachdem er gebeten wurde – an die Eidgenössische Polytechnische Hochschule in Zürich zurück. Hier hatte er sein Studium absolviert.
Zwischen 1909 und 1916 arbeitete Einstein an einer Verallgemeinerung der speziellen Relativitätstheorie. Diese Theorie untersucht relativ zueinander beschleunigte Bezugssysteme sowie den Einfluss von Gravitationsfeldern auf Uhren und Maßstäbe. Für Laien ist dies jedoch kaum zu verstehen. Ich möchte nur sagen, es handelt sich hier unter anderem um Lichtablenkung.

Rückkehr nach Deutschland

Auf Einsteins Leistungen war mittlerweile auch der deutsche Physiker Max Planck aufmerksam geworden und wollte den jungen Einstein nach Berlin holen. Albert Einstein sollte zum Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften werden. Man bot ihm eine Professur an der Universität Berlin an und berief ihn zum Direktor des noch zu gründenden Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik. Berlin war zu dieser Zeit die Hochburg der Naturwissenschaft. Und so zog Albert mit seiner Familie im April 1914 nach Berlin. Am 2. Juli hielt er seine Antrittsrede vor der Preußischen Akademie.

1. Heirat

1903 heiratete er gegen den Willen der Familien seine langjährige Freundin und Studienkollegin Mileva Maric, eine Serbin. Sie war eine hochintelligente Frau. Damals kamen nur wenige Frauen in den Genuss einer höheren Schulbildung. Und von denen entschloss sich wiederum nur ein ganz geringer Teil, ein männliches Fach wie Mathematik und Physik zu studieren. 1904 und 1910 wurden die beiden Söhne Hans Albert und Eduard geboren. Mileva und Albert forschten zusammen an gemeinsamen Projekten, so zum Beispiel auch an der Relativitätstheorie, die später Albert allein zugeschrieben wurde.
Bereits im Januar 1902 wurde  Lieserl, die Tochter von Einstein und Mileva Maric, in Ungarn geboren. Dass Einstein ein uneheliches Kind hatte, wurde erst vor einigen Jahren bekannt, nachdem private Briefe an die Öffentlichkeit gelangten, aus denen die Existenz des Kindes hervorging. Über den weiteren Lebensweg von Einsteins Tochter weiß man heute nichts. Sie wurde wahrscheinlich zur Adoption freigegeben.
Die Ehe von Albert und Mileva wurde nach vermehrten Problemen im Februar 1919 geschieden. Bereits 1914 – sie lebten damals in Berlin – zog Mileva mit den beiden Söhnen wieder nach Zürich. Albert Einstein überschrieb das gesamte Geld, das er später anlässlich seiner Nobelpreis-Verleihung erhielt, Mileva, um den Unterhalt für die Kinder zu sichern. Mileva starb im August 1948 in Zürich.

2. Heirat

Von 1917 bis 1920 litt Einstein an verschiedenen Krankheiten (Leberleiden, Magengeschwür und Gelbsucht) und war dadurch allgemein schwach. In dieser Zeit pflegte ihn seine Kusine Elsa Löwenthal. 1919 heirateten beide. Elsa brachte zwei Töchter mit in die Ehe. Die Familie lebte in Berlin und ab 1935 in Amerika. 1936 starb Elsa an Herzschwäche.

Weitere Stationen

In den Jahren 1921 bis 1923 reiste Einstein u. a. nach Amerika, England, Frankreich, Japan und Palästina. Er bezog immer häufiger Stellung auch zu politischen Fragen. Als Gegner jeder Art von Gewalt förderte er pazifistische Bewegungen.
Er setzte sich auch für die geplante Hebräische Universität in Jerusalem ein, der er in seinem späteren Testament seinen gesamten schriftlichen Nachlass vererbte. Nach Aussage des Albert-Einstein-Archivs in Jerusalem liegen dort heute ca. 55 000 Schriftstücke, wovon ca. 10 000 – zum Teil handgeschrieben – von Einstein selbst stammen. Die anderen sind Kopien von Einstein-Originalen bzw. Schriftstücke, die Einstein erhalten hat. 1952 bot man ihm an, Staatspräsident von Israel zu werden, was er jedoch ablehnte.

Einstein und die Atombombe

Auf Grund der politischen Machtverhältnisse im Nazi-Deutschland betrat Albert Einstein nach 1933 nie wieder deutschen Boden. Er fand in Amerika eine neue Heimat und Arbeit. Seit 1939 wütete in Europa der Krieg. Aus Angst davor, Deutschland arbeite an der Entwicklung einer Atombombe, schrieb er an den damaligen US-Präsidenten Roosevelt einen Brief und wies ihn auf die Gefahr hin. Er gab Anregungen, dass auch die USA ihre kerntechnischen Forschungen vorantreiben sollten.
Roosevelt forderte 1941 amerikanische Wissenschaftler auf, die erste Atombombe zu entwickeln. Er ernannte Einstein zum Sonderberater der Sprengstoffforschung der USA. Später sagte Einstein, hätte er gewusst, dass die Deutschen gar nicht fähig waren, eine Atombombe zu bauen, hätte er die Amerikaner niemals ermutigt. Dies war die einzige Beteiligung Einsteins im Zusammenhang mit der Atombombe.
Am 1. Oktober 1940 wurde Einstein als amerikanischer Staatsbürger vereidigt, behielt jedoch die Schweizer Staatsbürgerschaft. 1946 und in den darauf folgenden Jahren schlug Einstein den Vereinten Nationen immer wieder die Bildung einer Weltregierung vor, denn das wäre die einzige Möglichkeit für einen dauerhaften Frieden.

Was geschah mit der Familie?

Ende 1902 starb Einsteins Vater in Mailand, seine Mutter starb im Februar 1920 in Berlin. Einsteins Schwester Maja zog 1939 zu ihm nach Amerika und blieb bei ihm bis zu ihrem Tod im Jahre 1951. Von seinen Söhnen weiß ich nur, dass Hans Albert später Professor für Hydraulik wurde und Eduard zweitbester Abiturient mit Höchstnoten in Deutsch und Latein war.

Albert Einstein und Ulm

Er lebte nur etwa 15 Monate in Ulm. Sein Geburtshaus in der Bahnhofstraße wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört. Heute gibt es in Ulm eine Einsteinstraße, ein Denkmal und eine Gedenktafel in der Bahnhofstraße, außerdem die Volkshochschule namens Einsteinhaus. Seit 1968 befindet sich in diesem Gebäude als feste Einrichtung eine biographische Foto-Ausstellung über Einsteins Leben. Ob Albert Einstein jemals wieder seine Geburtsstadt besucht hat, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Aufgrund einiger Briefe vermutet man aber, dass er im Jahre 1920 auf der Durchreise kurz in Ulm war.

Tod eines Genies

Am 15. April 1955 wurde Einstein in das Krankenhaus in Princeton New Jersey/ Amerika gebracht, weil ein schon früher festgestelltes Aneurysma der Aorta (Hauptschlagader) geplatzt war. Am 18. April 1955, um 01.15 Uhr, starb Albert Einstein im Alter von 76 Jahren. Er wurde auf eigenen Wunsch hin noch am gleichen Tag eingeäschert und die Asche an einem unbekannten Ort verstreut. Damit hat die Wissenschaft einen ihrer größten Denker und die Welt einen Kämpfer für Frieden und Freiheit verloren.

Schluss

Ich bin nun am Ende meines Referates angelangt und hoffe, dass Ihr dadurch viel Wissenswertes erfahren habt. Auf seine Theorien konnte ich nicht speziell eingehen, weil ich sie selbst nicht verstehe. Ich bin ja auch kein Genie!

Als der 12jährige Sohn Eduard seinen Vater einmal fragte, warum er so berühmt sei, antwortete Einstein: "Wenn ein blinder Käfer über eine Kugel krabbelt, merkt er nicht, dass der zurückgelegte Weg gekrümmt ist. Ich dagegen hatte das Glück, es zu merken."

Zum Abschluss noch ein Zitat von Albert Einstein:

"Liebe Nachwelt!

Wenn Ihr nicht gerechter, friedlicher und überhaupt vernünftiger sein werdet,
als wir sind bzw. gewesen sind, so soll Euch der Teufel holen."

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Quellenverzeichnis:

INTERNET:

www.einstein-website.de

BÜCHER:

Albert Einstein, 1879 – 1955, von Hans-Josef Küpper
Der Autor beschäftigt sich schon über 20 Jahren mit Albert Einstein und hat sogar eine eigene Website im Internet erstellt.

Lexikon Chronik der Technik

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Sonja Eberlein, die Autorin des Referates, wohnt in Stadelhofen (Landkreis Bamberg) und ist 15 Jahre alt. Derzeit besucht sie die Klasse M9a des Mittlere-Reife-Zuges an der Hauptschule Scheßlitz. Mai 2002


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